Ölquellen auf hoher See
Ein Teil der Ölreserven unserer Erde befindet sich in Gesteinsschichten die unter den Meeren und Ozeanen verborgen liegen. Um an dieses Öl zu kommen, mussten sich die Menschen einiges einfallen lassen. In dem meisten Fällen wird zur Förderung dieses Öls auf sogenannte Bohrinseln oder Bohrplattformen zurück gegriffen. Man unterscheidet verschiedene Arten von Bohrplattformen. Die bekannteste ist sicher die normale Bohrinsel. Diese wird von Schiffen, den sogenannten Schleppern, zu ihrem Bestimmungsort auf hoher See gebracht. Dort wird sie dann auf einen Sockel abgesenkt. Dieser Sockel kann aus Stahl oder auch aus Beton bestehen. Diese Bohrplattformen bleiben während ihrer gesamten Betriebszeit an ihrem Platz.
Sind die Vorräte unter der Plattform aufgebraucht, wird die Bohrinsel aufgegeben. In der Fachsprache wird dieser Vorgang als abwracken bezeichnet. Man entfernt entweder die Bohrinsel von ihrem Standort oder lässt sie dort einfach zurück. Aus Gründen des Umweltschutzes versucht man die Plattform zu entfernen. Man kann sie aber auch versenken und so neuen Lebensraum für Tiere und Korallen schaffen. Während ihrer Betriebszeit wird eine Bohrinsel im Schichtsystem betrieben. Da die Arbeiter nicht jeden Tag nach der Arbeit einfach heimfahren können, bleiben sie meist zwei Wochen auf der Insel und haben dann zwei Wochen frei.
Um die Stimmung auf der Plattform hoch zu halten, sorgt der Betreiber mit geeigneten Matratzen für ausreichenden und erholsamen Schlaf der Arbeiter. Eine andere Art der Ölplattformen sind die sogenannten Hubbohrinseln. Sie sind im Gegensatz zu den Bohrinseln nicht an einen Platz gebunden, sondern können von Schleppern an einen anderen Platz gezogen werden. Dadurch sind diese Inseln länger einsetzbar als fest installierte Bohrinseln. Dann gibt es Bohrinseln, die auf sogenannten Pontons schwimmen. Sie werden Halbtaucherbohrinseln genannt. Ein Vorteil dieser Inseln ist, dass sie wegen der Pontons sehr ruhig auf der Wasseroberfläche schwimmen. Deshalb werden sie auch für große Wassertiefen eingesetzt.
Außerdem sind sie, da sie auf dem Wasser schwimmen, sehr mobil und können mit relativ wenig Aufwand an eine andere Stelle versetzt werden. Eine etwas abweichende Art der Bohrplattform ist das sogenannte Bohrschiff. Dieses ist wie der Name schon vermuten lässt eigentlich gar keine Plattform oder Insel sondern ein spezielles Schiff, welches in der Lage ist Öl aus Tiefen von über 3000 Metern zu fördern. Bohrschiffe sind sehr flexibel einsetzbar und können ihren Standort auch sehr schnell und ohne große Probleme wechseln. Da in der heutigen Zeit die Ölvorräte der Erde immer mehr zur Neige gehen, wird man sich in Zukunft noch bessere Konstruktionen einfallen lassen müssen, um auch an Ölquellen zu kommen, deren Lage für heutige Bohrinseln nicht oder nur schlecht zu erreichen ist.
